Sex im Little Space

Für manche unvorstellbar, für andere ein Muss: Kaum ein Thema scheint unter Littles und Caregivern so viel Aufruhr zu erzeugen wie die Frage, ob und wie Sex und kindliche Gefühle zusammenpassen.

Tatsächlich gibt es die – in meinen Augen sehr wichtige – Unterscheidung zwischen sogenannten sexuellen Littles und non-sexuellen Littles. Wichtig ist dabei aber zu beachten, dass weder das eine, noch das andere irgendwie besser oder schlechter ist. Es sind einfach zwei verschiedene Gefühlswelten, zwei Lebensweisen. Beide sind völlig in Ordnung. An dieser Stelle gehe ich aber primär auf die sexuelle Gefühlswelt ein.

Unverständnis von außen

Wie bei sehr vielen sexuellen Vorlieben müssen auch sexuelle Littles (und Caregiver) mit viel Unverständnis kämpfen. Immerhin geht der Little Space mit kindlichen Gefühlen und Bedürfnissen einher. Aber echte Kinder haben nun mal noch keine ausgereifte Sexualität. Zu schnell kommt da der Pädophilie-Vorwurf.

Das könnte dich auch interessieren: 11 Dinge, die kein DDLG sind

Gerade Menschen, die sich mit CGL und Ageplay nicht auskennen, können natürlich nicht wissen, welche Gefühle genau in einem Little vorgehen. Sie sehen nur das kindliche Verhalten und schließen da teils zu sehr von echten Kindern auf Little Space.

Abgrenzung durch andere Littles

Für viele Littles sind sexuelle Handlungen während dem Little Space aber eben wegen dieser kindlichen Gefühle wirklich tabu. Sie wollen ganz unschuldig Kind sein dürfen, ohne als Lustobjekt gesehen zu werden. Strafen oder böse Worte halten sie seelisch nicht aus. Da sie aber trotzdem oft von vermeintlichen „Daddys“ sexualisiert werden, müssen sie sich auch oft erklären und abgrenzen. Ich persönlich bin ebenfalls ein non-sexuelles Little und muss mich leider oft erklären, dass das für mich nix Sexuelles ist.

Aber genau diese deutliche Abgrenzung führt im Umkehrschluss eben auch dazu, dass viele sexuelle Littles das Gefühl bekommen, sie seien mit ihren sexuellen Gefühlen nicht in Ordnung. Obwohl das meistens gar nicht so gemeint ist.

Sexuelle Gefühle im Little Space

Dabei sind wir Littles aber eben keine Kinder mehr, sondern erwachsene Menschen mit ausgereifter Sexualität. Und eben deswegen kann auch alles irgendwie in irgendeiner Form auch sexuell stimulierend sein. Das ist absolut in Ordnung. Denn auch hier wird niemandem geschadet. Was zwei (oder mehr) Menschen im legalen Rahmen einvernehmlich miteinander machen, geht sonst niemanden etwas an.

Doch wie passen kindliche und sexuelle Gefühle zusammen? Meiner Beobachtung nach gibt es da vor allem zwei recht verschiedene Schienen, über die das funktioniert, wobei sich beide auch vermischen können und es auch andere Möglichkeiten gibt.

Nähe und Intimität

Die eine Möglichkeit führt über Nähe und Intimität. Der Little Space ist ein sehr intensiver Gefühlszustand, in dem sämtliche emotionale Schutzmechanismen abfallen. Das Little ist in der Zeit emotional nackt und dadurch auch empfänglicher für allerlei Gefühle. In einem geschützten Rahmen kann eine sehr intensive Nähe entstehen, wie man sie im normalen Alltag nicht kennt.

Das ist eine ganz besondere Form von Intimität, die vor allem auf emotionaler Ebene stattfindet. Kuscheln und Berührungen können in der Zeit natürlich auch intensiver wahrgenommen werden. Man ist mit den Gedanken ganz bei sich und dem Partner, im Hier und Jetzt.

Es ist daher nur natürlich, dass man sich in solchen Momenten auch zum Partner hingezogen fühlt und auch Lust auf Sexualität verspürt. Eigentlich hat das in dem Sinne dann auch wenig mit dem Ageplay-Szenario zu tun. Sondern einfach damit, dass im Little Space ganz ursprüngliche und kindliche Gefühle geweckt werden, so auch das Bedürfnis nach Nähe, das Babys auch schon haben.

BDSM und Rollenspiele

Eine komplett andere Variante geht mehr über die „Fetisch“-Schiene. Gerade im BDSM darf es gerne mal gröber zugehen und auch Fantasien rund um Vergewaltigung sind alles andere als selten. Manchmal reizt auch einfach die Vorstellung, etwas Verbotenes zu tun oder ein gesellschaftliches Tabu zu brechen.

Gerade die Mischung aus Sex und kindlichen Gefühlen ist etwas vermeintlich Widersprüchliches und bekommt dadurch einen verruchten Touch. Inzest- und Vergewaltigungs-Rollenspiele geben dann einen besonderen Kick. Der „Papi“ erklärt seinem „Töchterchen“ die Sexualität. Oder der „böse Onkel“ vergreift sich am „unschuldigen Mädchen“. Da aber auch ein Little im Little Space ein erwachsener Mensch mit einer ausgereiften Sexualität ist, ergibt sich der Kick einfach durchs Kopfkino und nicht durch Fantasien über reale Straftaten.

Ab wann ist es bedenklich?

Egal, was sich jemand gerne vorstellt: Im CGL und Ageplay geht es immer um Handlungen, die einvernehmlich und im legale Rahmen stattfinden. Es ist absolut egal, wie die Vorstellung bzw. das (Rollen-)Spiel aussehen – die Beteiligten bleiben am Ende zwei sexuell mündige Menschen, die einvernehmlich Dinge tun, die ihnen Spaß machen. Das ist weder strafbar, noch psychisch bedenklich, noch moralisch verwerflich. Sex im Little Space ist eine wundervolle Sache, wenn es beide so wollen.

Bedenklich wird es, wenn jemand merkt, dass er wirklich jemanden gegen sein Einverständnis sexuell überwältigen möchte oder natürlich, wenn sich jemand zu realen Kindern hingezogen fühlt und sich nach entsprechenden Handlungen sehnt.

Das hat grundsätzlich absolut gar nichts mit CGL, Ageplay und Rollenspielen zu tun, sondern gilt universell.

Ein Kommentar zu „Sex im Little Space

  1. Ich liebe deinen Blog XD es ist so hilfreich das alles was man wissen muss und will hier niedergeschrieben wird ❤️ danke dafür.
    Mit lieben Grüßen little Luna 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s