11 Dinge, die kein DDLG sind

Wer sich mit DDLG nicht auskennt oder vielleicht sogar gerade erst davon gehört hat, hat schnell falsche Bilder im Kopf. Schnell kommt es zu Vorurteilen. Hier greife ich einige der gängigsten Vorurteile auf und erkläre, wie es wirklich ist.

Selbstverständlich gilt dies auch für MommyDoms und LittleBoys resp. gleichgeschlechtliche Beziehungen. Der Einfachheit nenne ich hier nur Daddys und Little(Girl)s, aber münzt den Inhalt ggf. bitte einfach auf die anderen Geschlechter um 🙂

1. DDLG ist kein Ersatz für Pädophilie

DDLGer sind absolut strikt gegen die Sexualisierung von Kindern und erst recht deren Missbrauch!

Pädophilie zeichnet sich im Übrigen dadurch aus, dass der Körper eines Kindes als sexuell anziehend empfunden wird. Littles sind aber erwachsene (oder ggf. jugendliche) Menschen mit einer ausgereiften Sexualität und ausgebildeten Geschlechtsteilen. Für einen Pädophilen ist ein Little daher per se völlig uninteressant.

2. DDLG ist kein Agegapping

Es hat also nichts mit einem realen Altersunterschied zu tun. Zwar kann er die Dynamik noch verstärken, aber ein Daddy kann genauso gut jünger als sein Little sein.

3. Ein DaddyDom ist kein SugarDaddy

Zwar gibt es durchaus ältere Männer, die ihre deutlich jüngere Freundin gerne umsorgen und auch finanziell für sie aufkommen. Auch dies kann ggf. die DDLG-Dynamik verstärken. Aber es ist nicht der Kern von DDLG. Ein Daddy kann sich auch ohne Geld liebevoll um sein Little kümmern.

4. DDLG ist nicht Daddykink

Ein Little ist ein sehr empfindsames Wesen. Einige Littles genießen es, Sex mit ihrem Daddy zu haben, während sie im LittleSpace sind. Sehr viele Littles fühlen sich in der Zeit aber regelrecht abgestoßen. Sexuelle Handlungen sind für sie eklig und fühlen sich übergriffig an.

5. DDLG ist kein Synonym für ABDL

ABDL steht für AdultBaby & DiaperLover, also ErwachsenenBabys & Windelliebhaber. Menschen, die gerne Windeln tragen und sich zum Teil auch gerne wie ein Kind verhalten. Aber nicht alle Windelliebhaber verhalten sich wie ein Baby. Und längst nicht jedes Little mag Windeln. Die Überschneidung zu Littles ist sehr groß: Viele Littles sind im DDLG und auch im ABDL zuhause. Trotzdem sind es allgemein zwei unterschiedliche Communities.

6. DDLG ist kein Rollenspiel

Somit ist es auch nicht unbedingt Ageplay. Ein Little ist vom ganzen Wesen her sehr kindlich und mag tatsächlich viele Dinge, die eigentlich für Kinder gedacht sind. Ein Little ist auch ohne Partner Little. Sicher gibt es einige, die ihre kindliche Seite nur gelegentlich in einem geschützten Rahmen (einer Session) ausleben können. Das bedeutet aber nicht, dass sie in dieser Zeit in eine Rolle schlüpfen. Viel mehr schlüpfen sie im Alltag in die Rolle des Erwachsenen, um nicht negativ aufzufallen.

7. Ein Little will nicht wirklich Kind sein

Ein Little ist trotz allem erst einmal ein ganz normaler, meist erwachsener Mensch. Oft mit auch mit normalen, für Erwachsene typische Interessen, erwachsenen Freunden, einem Beruf, eigenen Kindern usw. Wer all das hinter sich lassen will und in der eigenen Entwicklung weit zurück fallen will, hat ernste psychische Probleme.

8. Ein Little hat keinen Vaterkomplex

Ein Little ist in der Regel irgendwo devot und möchte von ihrem Partner geführt werden. „Daddy“ heißt in diesem Kontext nicht, dass man so tut, als wäre der Partner der Vater. „Daddy“ heißt hier vielmehr so viel wie Familienoberhaupt und Beschützer. Sicher gibt es einige Littles mit einem gestörten Verhältnis zum Vater. Aber das ist nicht das, was DDLG ausmacht.

9. DDLG ist kein Age Regression / Altersregression

Von einer Regression spricht man, wenn jemand in seiner Entwicklung zurückfällt oder Teile seines Lebens noch mal (emotional) durchlebt. Es ist eine psychische Schutzfunktion, die nach traumatischen Erlebnissen auftreten kann. Es geht nicht einfach darum, sich wieder ein wenig kindlich zu fühlen, sondern steht im Zusammenhang mit realen Erlebnissen.

Mache verwässern diesen Begriff vermutlich. Doch unabhängig davon, ob es um eine Altersregression im medizinischen Sinne geht oder nicht, ist AgeRegression (kurz: Age Re) eine eigene Community, die sich von DDLG und co komplett distanziert.

Menschen, die sich dem AgeRe zuordnen lehnen im kindlichen Kontext jegliche sexuellen und BDSM-Handlungen ab, weil sie das zutiefst verstört.

10. Ein Little muss keine Klischees erfüllen

Grundsätzlich muss kein Little (aber kann):

– jung, klein und zierlich sein:
Little ist ein Wesenszug, kein Körpermerkmal. Ein Little kann auch 60 Jahre, 185cm groß und 150kg schwer sein, kurze Haare haben und maskulin gekleidet sein.

– Rosa, Glitzer und Einhörner mögen:
Littles mögen so unterschiedliche Dinge, wie es alle anderen Menschen tun. Es gibt nicht die eine Sache, die ein Little mögen muss.

– Windeln tragen und am Schnulli nuckeln:
Das gefühlte Alter kann sehr unterschiedlich sein. Grade Windeln mögen vor allem solche, die sich als Baby fühlen.

– ein „unartiges Mädchen“ sein, das „bestraft werden muss“:
Viele mögen weder Sex noch Strafen, wenn sie sich klein fühlen. Wer sein sexy Mädchen bestrafen will, ist im Daddykink vermutlich besser aufgehoben.

– weiblich sein:
Little-sein ist nicht an ein Geschlecht gebunden, es gibt auch LittleBoys, transsexuelle, intersexuelle und genderfluide Littles.

– devot sein
Viele Littles wollen einfach nur ihre kindliche Seite rauslassen, ohne ihren Daddy groß zu bedienen. Littles können da recht „egoistisch“ sein. Es gibt sogar dominante Little. Und manche können mit BDSM auch gar nichts anfangen.

– … und vieles mehr

11. Ein Daddy muss keine Klischees erfüllen

Ein Daddy muss keinesfalls…

– älter als das Little sein
Es geht hier um einen Wesenszug und, wie gesagt, nicht um Agegapping bzw. realen Altersunterschied.

– reich sein
Liebe kann man nicht mit Geld kaufen, aber Liebe ist das wichtigste in einer Beziehung, insb. auch einer DDLG-Beziehung. (Es muss keine romantische Liebe sein, aber echte Zuneigung.)

– Anzüge tragen
Auch hier wieder: Ein Daddy zeichnet sich durch sein Wesen aus und nicht durch Äußerlichkeiten

– immer gefasst sein und gute Laune haben
Daddys sind auch nur Menschen. Mit Ecken und Kanten. Mit Schwächen und auch mal mit schlechter Laune zwischendurch. Auch sie lieben es, mal schwach sein zu dürfen und in den Arm genommen werden.

– Daddy genannt werden (wollen)
Daddy ist ein Kosenamen oder auch Titel wie „Herr“, „Sir“, „Master“ und co. Das ist nicht für jeden was.

– dominant sein
Dann nennt er sich nur vermutlich nicht Daddy(Dom), sondern bevorzugt eben das Label „Caregiver“. So wie nicht jedes Little devot sein muss, muss auch der Partner nicht zwangsläufig dominant sein. Manch Caregiver möchte lieber ein dominantes Little oder auch komplett auf Augenhöhe sein.

– und so weiter

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