Wann DDLG zu BDSM gehört

Ich werde oft gefragt, ob und wieso DDLG denn zu BDSM gehört. Geht es nicht primär darum, die kindlichen Bedürfnisse auszuleben, beschützt zu werden, zu spielen, zu kuscheln und auf einem rosa Einhorn zu reiten? Ja, all das ist oft der wesentliche Kern. Aber es ist trotzdem oft viel mehr.

Es gibt so unglaublich viele unterschiedliche Formen von DDLG. Deswegen gibt es auch keine allgemeingültige Antwort, ob es dazugehört außer: Kann, muss aber nicht. Um die Frage zu klären, muss ich das im Folgenden ein wenig aufdröseln.

Eine Frage der Sexualität

Für manche ist DDLG ein sexueller Kink. Das, was ich auf meinem Blog als Daddykink bezeichne. Eine sexuelle Spielart, in der die Frau in eine kindliche Rolle schlüpft und der Mann eine Väterliche Rolle einnimmt. Meist geht es dabei um härteren Sex. Das „Töchterchen“ muss ihrem „Papi“ gehorchen und sexuell fügig sein. Es ist grundsätzlich ein gefühltes Machtgefälle vorhanden. Der Daddy kann auch sehr grob werden und die „Kleine“ schlagen, züchtigen usw. Gerne wird das Little auch gefesselt, damit es sich nicht mehr wehren kann. Das alles kann man durchaus dem BDSM zuordnen, weil alles irgendwie enthalten ist. Es ist nur eine spezielle Unterform, die schnell nach einem Rollenspiel aussieht.

Andere Leben das aber komplett anders. Das Little ist im grundlegenden Wesen sehr kindlich. verspielt, unschuldig. Einige Littles, wie ich, lehnen sexuelle Handlungen, während sie im Little Space sind, rigoros ab. Interessant ist, dass auch viele nicht-sexuelle Littles auf BDSM stehen. BDSM-Sex und -Sessions haben sie dann außerhalb vom Little Space, wenn sie sich groß fühlen. Das scheint ganz unabhängig vom Little-sein zu sein.

Manche stehen auch gar nicht auf BDSM. Da hat ihre kindliche Seite natürlich erst mal nichts mit BDSM zu tun.

Eine Frage der Beziehungsdynamik

Anders sieht dies oft im Alltag aus. Manche Littles ordnen sich nicht oder nicht nur sexuell ihrem Daddy unter, sondern (auch) im Alltag. Er ist hier der fürsorgliche Part, der sich um seine Kleine kümmert, aufpasst und an die Hand nimmt. Manche Daddys sind aber auch sehr streng, lassen nichts durchgehen und betrafen hart. Der Daddy ist eben nicht nur „väterlich“, sondern auch ein Dom.

Ein Machtgefälle im Alltag kann es natürlich auch geben, wenn Little und Daddy nicht auf BDSM stehen. Tendenziell haben BDSMer aber häufiger ein Machtgefälle im Alltag als solche ohne entsprechende Neigung.

Andere lehnen ein Machtgefälle aber völlig ab. Wobei sich mir da die Frage stellt, ob das es überhaupt so richtig funktioniert. Denn auch echte Eltern dominieren ihre Kinder nicht im BDSM-Sinne. Aber sie haben das Sagen, leiten an, können strafen und belohnen, ohne dass dieses Recht vom Kind infrage gestellt wird. Auch das ist Macht. Auch das ist ein Machtgefälle.

Eine Frage der Begriffsdefinition

Wenn man sich den Begriff „DDLG“ einmal anschaut, stellt man fest, dass es DaddyDom/LittleGirl heißt und durch das „Dom“ diese Beziehungsdynamik zwangsläufig etwas mit BDSM zu tun haben muss.

Doch ist „DDLG“ einfach der bekannteste Begriff von vielen ähnlichen Spiel- und Lebensweisen. Das „Dom“ sollte daher nicht all zu ernst gesehen werden.

Soweit ich es nachvollziehen kann, hat sich DDLG auf dem BDSM heraus entwickelt und stellt ursprünglich eine Beziehungsdynamik zwischen dem fürsorglichen Dom und dem kindlichen LittleSub dar. Im Laufe der Zeit und durch Bekanntwerden des Begriffs „DDLG“ haben sich auch andere Menschen in den Beschreibungen wiedererkannt – unabhängig davon, ob die mit BDSM etwas anfangen konnten oder nicht.

Wer aber deutlich machen möchte, dass er mit BDSM nichts zu tun hat, nennt sich Caregiver/Litte (CGL). Wenn auch Sex keine Rolle (im kindlichen Kontext) spielen soll, nennen sich einige Caregiver/LittleRegressor (CGLRe) – um deutlich zu machen, dass es darum geht, in kindliche Gefühle „zurück“ zu fallen. Manche nennen es auch einfach Ageplay, wobei dieses Wort über Sex und BDSM auch nichts aussagt.

Eine Frage der Vorlieben

DDLG und co. können also etwas mit BDSM zu tun haben, kommen aber auch vollkommen ohne aus. Bei mir persönlich hängt beides miteinander zusammen. Ich mag kindliche Dinge und ordne mich gerne meinem Partner unter. Ich genieße es, wenn er sich um meine kindliche Seite kümmert, mich an die Hand nimmt, mir die Welt erklärt, aber auch Grenzen aufzeigt und mich erzieht. In meiner Gefühlswelt geht das eine mit dem anderen einher. Wie das aussieht, erkläre ich einem Artikel über mein DDLG.

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