Mein persönliches DDLG

Es gibt viele Definitionen und Varianten von DDLG. Und nicht jeder versteht unter DDLG das gleiche wie ich. Natürlich gibt es auch im DDLG kein „richtig“ und „falsch“. Vieles ist eine Frage der individuellen Meinung und Einstellung. Hier gebe ich euch mal einen Einblick in meine ganz persönliche Auffassung meine eigene Lebensweise. Eine allgemeine Beschreibung findet ihr in diesem Artikel.

Mich selbst bezeichne ich gerne als „Vollblut-Little“. Meine Little-Seite ist fester Bestandteil meiner Persönlichkeit und dazu auch noch ein sehr zentraler. Das Wort „Rollenspiel“ lehne ich rigoros ab, denn ich spiele keine Rolle, sondern ich bin einfach ich. Für mich persönlich ist das Ganze kein Fetisch. Wenn ich mich klein fühle, bin ich sexuell nicht erregbar. Ich habe in der Zeit einfach ganz andere Dinge im Kopf als Sex. 

Ich lehne es auch ab, meinen Partner „Papa“ und mich „sein Töchterchen“ oder so zu nennen. Ich bin kein Kind mehr und ich stelle es mir auch nicht vor. Ich bin eine erwachsene Frau, die kindliche Dinge liebt, kindliche Bedürfnisse hat, sich gerne kindlich verhält und sich auch gelegentlich wirklich kindlich fühlt (Little Space). Mein Papa ist mein leiblicher Vater und ich bin seine Tochter. Die Vorstellung, mein Partner wäre etwas wie mein Vater, finde ich ziemlich gruselig.

Meine Little-Seite zeigt sich auch im Alltag. Auch wenn ich nicht immer im Little Space bin. Ich liebe nun mal einfach Rosa/Pink, mein Plüschtier-Berg wird immer größer und bei My Little Pony muss ich regelmäßig weinen. Ich liebe es, von meinem Partner umsorgt zu werden, in seinen Armen gehalten zu werden, beschützt zu werden. Und es ist schön, wenn ich gebadet werde oder wenn er mir eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Aber das liegt daran, dass ich das eben mag – und nicht daran, weil ein Little angeblich so zu sein hätte.

Wir Littles sind anstrengender als „normale“ Subs und oft weniger alltagsdevot als Sklavinnen. Manche Littles empfinden sich auch gar nicht als devot. Ich selbst sehe mich als Mischung aus Little und Sklavin, wobei der Little-Anteil überwiegt. Ich gehe nicht primär (aber durchaus auch) darin auf, wenn ich dienen darf. Sondern, wenn ich die Liebe meines Partners spüre, von ihm beschützt werde und ich ihm ebenfalls Liebe schenken darf. Schutz und Geborgenheit sind für mich nicht nur wichtig, sondern sehr zentrale Bedürfnisse. Das Bedürfnis nach Unterwerfung kommt erst danach.

Der Little Space ist ein Moment, in dem ich den Kopf abzuschalten, die Verantwortung abgeben und einfach mal ich selbst sein kann. Im Little Space bin ich extrem empfindlich und brauche sehr viel Vertrauen, diese Seite zulassen und zeigen zu können. Denn im Little Space bin ich – wie die meisten Littles – psychisch völlig nackt und schutzlos.

Auch wenn meine Little-Seite sehr kindlich und eigentlich sehr unschuldig ist, sehe ich sie dennoch als Teil meiner BDSM-Neigung. Es geht mir sehr um das Machtgefälle mit meinem Partner, der als Daddy nun mal das Sagen hat. DDLG ist eine spezielle Beziehungsdynamik, eine besondere Form von 24/7. Ein Daddy kann genauso dominant sein, wie ein Master/Herr/Sir/Whatever, nur nutzt er seine Dominanz nicht (nur) für seine „egoistischen“ Wünsche und Triebe, sondern (vorrangig) für Littles Wohl.

Das bedeutet für mich, dass ich mich meinem Parnter immer und grundsätzlich über mich stelle. Er darf bestimmen, mich belohnen und bestrafen. Dieses Recht stelle ich genauso wenig infrage, wie ein echtes Kind bei seinen Eltern.

Regeln, die ich mag, sind z.B. feste Essens- und zu-Bett-Geh-Zeiten. Diese dienen dann aber weniger den morgendlichen sexuellen Diensten, sondern sorgen dafür, dass ich gesund bin. Oder eine Kleiderordnung, damit ich mich nicht erkälte – und weniger, um möglichst sexy zu sein. Kontrolle über die Finanzen, damit ich als Little nicht ständig mein Geld für neue Plüschtiere oder Kinder-Spielzeug ausgeben – weniger, damit ich nur kaufe, was Dom auch haben möchte.

Eine Belohnung kann dann z.B. ein süßer Einhorn-Pulli oder der neue Disney-Film sein. 🙂 Eine Strafe kann sein, dass ich früher ins Bett muss.

Da ich aber auch Sklavinnen-Anteile in mir habe, bleiben solche Aufgaben und Regeln auch nicht aus. Eine Strafe kann also auch mal ein sexueller Dienst oder einige Peitschenhiebe sein.

4 Kommentare zu „Mein persönliches DDLG

  1. Liebe Sklavin und Little,
    die Anrede „Du Liebe“ empfinde ich als sehr warmherzig und benutze sie deswegen oft und gerne. Jemanden mit seiner (soziologischen) Rolle anzusprechen, empfinde ich eher als abwertend. Deswegen hatte ich jene Anrede gewählt. Aber Menschen empfinden natürlich unterschiedlich.

    Zum Rest möchte ich nur sagen, dass ich mich mit vielen verschiedenen Littles, Daddys und Co unterhalten und viel auf unterschiedlichsten Seiten gelesen und meine persönliche Definitionen immer wieder angepasst habe, bevor ich diesen Blog überhaupt gestartet habe. Trotzdem ist mir bewusst, dass es für nichts im BDSM und DDLG eine einheitliche Meinung gibt. Deswegen schreibe ich auch immer wieder, dass dies nur meine persönliche Meinung bzw. Beobachtung ist und diese nicht allgemeingültig ist. Denn keine der Begriffe ist irgendwie allgemeingültig – zumal sich Bedeutungen mit der Zeit auch ändern. Wir definieren manche Begriffe unterschiedlich, was doch absolut in Ordnung ist. Bedenke bitte, dass es immer Menschen geben wird, die etwas anders definieren als du selbst – zB weil sie einfach anders leben und anders empfinden. Das macht die eine Definition aber nicht gleich falscher oder richtiger als die andere.

    Liebe Grüße
    Chichibi

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  2. Liebe Chichibi,

    Eine little ist man jederzeit. Sonst ist es Ageplay. Das heißt nicht, dass man immer im little space ist. Aber auch als Erwachsene hat man kindliche Eigenarten, die man vor anderen Menschen einfach zurückhält. Soweit das möglich ist. Diese Dinge fallen vor allem in Stresssituationen etc. auf je nachdem wer gerade da ist. Bei Fremden natürlich nicht immer, kann aber auch passieren. Genauso wenig möchte ich einen Beruf und Kinder und das geht vielen littles so.

    Ich will lieber Zuhause sein, Haushalt machen ja, aber keine Verantwortung übernehmen, wie eine Erwachsene, obwohl ich das natürlich drauf habe, wenn ich muss.
    Niemand ist psychisch gestört, weil er die Erwachsenenwelt nicht mag. Manche von uns gliedern sich da ungern ein, andere mehr. Auch situationsbedingt.

    Du kannst dich nennen wie du möchtest, ist aber trotzdem am Thema vorbei.
    Eine SJW ist ja auch keine Feministin.
    Hier wird nur wieder deutlich, dass du dich ständig von Leuten abheben willst, die das ganze intensiver leben als du. Ob das D/s bei Herrn und sklavin oder bei DD/lg ist. Du musst betonen, wo die anderen schlecht oder gestört sind, von Trieben war auch die Rede (gut, das hast du klar gestellt) oder aber wo du doch ein wenig zur Gruppe gehören willst und mal nicht abwertend bist. Teil-Sklavin, denn ganz sklavin ist auch wieder irgendwie gestört. Selbst, wenn du es klarstellst, hattest du ja das Bedürfnis, das so zu schreiben. Komisch. Ich habe es auch extra öfters gelesen.

    Du bist sehr abwertend in deinen Äußerungen und der Name für deinen blog ist äußerst schlecht gewählt. Allein schon dieses „Du Liebe“ als Beginn deiner Antwort ist von oben herab. Du hättest mich mit Liebe sklavin und little anschreiben können. Den Namen habe ich gewählt.

    Du weißt nicht mal, dass DD/lg nicht gleichbeudeutend mit 24/7 ist. Vielleicht einfach nochmal hinsetzen, ein bisschen in die Marterie einarbeiten und weniger Hass und Hetze verbreiten, Leute beleidigen und vor den Kopf stoßen.

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  3. Du Liebe 🌸

    Es tut mir sehr leid, dass mein Text so verstörend und ignorant bei dir ankam. Das war wirklich komplett nicht so gemeint, wie du es wohl aufgefasst hast.

    In diesem Text geht tatsächlich erst mal nur um mich persönlich und meine Empfindungen. Das bedeutet aber noch lange NICHT, dass man darauf irgendwelche Verallgemeinerungen oder Umkehrschlüsse ziehen kann. So bedeutet es zum Beispiel auch nicht, dass Littles, die nicht immer so sind, eine Rolle spielen würden.

    Vor allem möchte ich auch noch mal ausdrücklich betonen, dass eine Herr/Sklavin-Beziehung nicht ganz sicher bedeutet, dass sie nur willenlos die sexuellen Wünsche eines egoistischen Idioten erfüllen würde. Sondern das ist eine sehr innige, respektvolle Beziehung, die für beide enorm erfüllend sein kann.

    Ob man nun Sklavinnen-Anteile haben kann oder nicht – das darf jeder sehen, wie er möchte. Ich bin kein Freund von striktem „das ist so“ und „das ist nicht so“.

    Das mit den Regeln, waren einfach Beispiele, um es etwas greifbarer zu machen. Mein Sklavinnen-Gefühl kam aber dadurch, dass ich mich 24/7 als sein Eigentum fühlte und mich übrigens auch nicht selbstständig aus der Beziehung lösen konnte. Und eben dieser Teil in mir mag auch Regeln und sexuelle Gefälligkeiten.

    Mir reicht das, mich als (Teilweise-)Sklavin zu bezeichnen, weil sich dieser Begriff für mich stimmig und richtig anfühlt. Das musst du nicht verstehen und darfst da auch anderer Meinung sein. Ich bitte dich aber, mir nicht meine Empfindungen abzusprechen. 🙏

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  4. Dieser Artikel ist hochgradig verstörend und schürt nur wieder die selben dummen Vorurteile. 24/7 ist nur eine Zeiteinheit und steht für mich für den Unterschied zwischen einer sklavin und einer sub. Ich bin immer sklavin. Seit Kindheitstagen an. Ob in Besitz oder nicht. Ich kann das nicht für kurze Zeit spielen wie Doms und subs. Ich könnte niemals die sub von jemandem sein. Ich spiele nicht.

    Mein Herr (!) ist kein egoistischer Idiot, der nur an sein Wohl denkt. Er hat Werte. Er ist dominant, geht gerne voran und übernimmt die Verantwortung für andere. Mein Wohlergehen ist das Wichtigste für Ihn. Das unterscheidet ihn nicht von jemandem, dessen little nicht sexuell aktiv ist.
    Als little bin ich sexuell aktiv, das ist doch kein Fetisch!
    Und man hat keine Sklavinnenanteile, nur weil man Regeln hat. So ein Unsinn. Das ist, was man ist. Entweder man ist eine sklavin oder nicht. Danke, dass du es auch wieder nur auf den Sex oder ein paar Regeln haben reduziert…..
    Dann rede doch über deinen „Lifestyle“, aber hör auf ignorante Sachen über uns zu verbreiten.

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