Fußfetisch: Vorurteile meiden und glücklich ausleben

Der Fußfetisch ist einer der häufigsten Fetische und dazu noch ein sehr harmloser. Trotzdem lehnen viele diesen Fetisch ab – egal ob bei sich oder bei anderen. Was es damit auf sich hat und wie man ihn ausleben kann.

Sehr viele Männer und auch einige Frauen sagen von sich, dass sie einen Fußfetisch haben. Aus medizinischer Sicht ist es zwar etwas fraglich, ob ein Körperteil ein Fetisch sein kann. Immerhin ist er Teil des Gegenübers – und was man an einem anderen Menschen bevorzugt, ist schließlich sehr individuell. Aber letztendlich spielt es keine Rolle, ob man es Fetisch oder Vorliebe nennt. Vorurteile und Probleme existieren schließlich unabhängig davon.

Das Problem mit dem Ekel

Füße sind allerdings allgemein ein eher unbeliebter Körperteil. Sie stinken schnell, sind gerne voller Hornhaut und überhaupt bekommt man sie nur selten zu sehen, da sie meist in Schuhen oder Socken stecken.

Es gibt gar nicht mal wenige Frauen, die sich auch vor ihren eigenen Füßen ekeln. Sie wollen sie selber möglichst nicht anfassen, pflegen sie daher auch entsprechend wenig, wodurch sie evtl. mehr Hornhaut bilden und noch „ekliger“ werden. Einen anderen Menschen lassen sie daher erst recht nicht an ihre Füße. Das Verständnis für einen Fußfetischisten ist dann natürlich besonders gering. Und ihre Abneigung teilen sie natürlich ihrem Umfeld mit, das die ablehnende Haltung dann zu einem gewissen Grad übernimmt.

Je größer der Ekel ist, desto weniger wird ein Fußfetischist seine Vorliebe ausleben können. Dafür kann dann niemand etwas. Im Umkehrschluss sollte das aber auch nicht dazu führen, dass sich ein Fußfetischist dafür schämt, dass er Füße so sehr mag. Denn eine rabiate Ablehnung gegen den eigenen Körper (hier die Füße) ist keine wirklich gesunde Einstellung.

Das Problem mit den Vorurteilen

Auch wenn wir in einer recht aufgeklärten und toleranten Gesellschaft leben, haben Fuß-, Schuh- und Socken-Fetischisten doch einen ziemlich schlechten Ruf. Leider, leider sind einige davon aber auch selber schuld. So ziemlich niemand möchte die Sexualität eines anderen Menschen ungefragt aufs Auge gedrückt bekommen. Aber manche Fußfetischisten fragen dann Schulkameradinnen ungeniert nach Fußbildern und Sockenfetischsten gehen während dem Schwimmunterricht in die Mädchen-Umkleide und lassen ein Paar Socken mitgehen. Das ist alles ein NoGo! Ein Nicht-Fetischist fragt ja auch nicht nach Titten-Fotos und steckt BHs ein. Das wäre in diesem Fall genau das gleiche.

Natürlich ist längst nicht jeder Fetischist so. Aber Menschen schließen nun mal automatisch von einem auf andere. Benimmt sich einer daneben, müssen andere, ähnliche Menschen darunter leiden.

Wie also ausleben?

In meinen Augen ist ein Fußfetisch auch nur eine Vorliebe für einen bestimmten Körperteil. Und genau so sollte damit umgegangen werden.

Es kann schon viel helfen, auf das Wort „Fetisch“ zu verzichten. Denn eben dieses Wort löst viele unangenehme Vorstellungen aus. Vom Sockenklauer über den heimlichen Schuhschnüffler bis zu demjenigen, der nur noch Augen für Füße hat und den Rest der Frau vernachlässigt. Sage stattdessen einfach „Du hast schöne, gepflegte Füße.“ oder „Die offenen Sandalen gefallen mit besonders gut an dir.“ Das kommt ganz anders an.

Du kannst deiner Partnerin auch einfach mal eine Fußmassage anbieten. Die meisten Frauen genießen eine ausgiebige Fußmassage sehr. Und auch Männer sind davon eigentlich nicht abgeneigt. Da bist du den begehrten Füßen auf jeden Fall schon mal sehr nahe und kannst dich ihnen voll und ganz widmen, ohne dass sich dein Gegenüber benachteiligt fühlt.

Falls ihr auch BDSM mögt – denn nicht selten geht ein Fußfetisch auch mit einer devoten Neigung einher – kannst du schauen, wie ihr das in euer Machtgefälle einbauen könnt. Vielleicht gönnst du Dom(me) ein schönes Fußbad oder einer Massage. Bist du selber dominant, kannst du Sub auch an den Füßen kitzeln oder auf die Sohlen schlagen (aber bitte nicht zu fest, Füße sind empfindlich!)

Allgemein während dem Sex kannst du den ganzen Körper deines Gegenübers erkunden. Es ist immer schön, wenn man sich nicht nicht auf die primären und Sekundären Geschlechtsteile beschränkt, sondern sich auch um andere Regionen kümmert, Ob nun Hals, Bauch, Hände… oder eben auch Füße. Du wirst dann ja sehen, wie dein Gegenüber darauf reagiert. Bei Gefallen kannst du es einfach wiederholen. Bei Nichtgefallen… nun, da wäre vermutlich ein klärendes Gespräch sinnvoll. Auch wenn es schwerfällt.

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